Handhabung beim Hecht

Der Hecht hängt am Haken – wie soll es jetzt weiter gehen? Einen kampfstarken Räuber zu landen und sicher abzuhaken endet nicht selten mit fiesen Verletzungen – beim Fisch genauso wie beim Angler.
Besonders wichtig ist die richtige Technik und vor allem dann, wenn der Hecht eine Größe außerhalb des Entnahmefensters liegt.
Also, wenn der Fisch unter- oder obermaßig ist und zurückgesetzt werden muss. Dann beeinflusst das richtige Handhabung die Überlebenswahrscheinlichkeit des Fisches.

Die häufigsten Fehler beim Handling von Raubfischen!

  • Falsche Ausrüstung
  • Rachensperre
  • Der falsche Kiemengriff
  • Tief gehakte Köder falsch lösen

Mit der richtigen Ausrüstung ans Wasser!

Wenn Du bei der Ausrüstung ein paar Punkte beachtest, ist schon viel gewonnen. Du benötigst:

  • Messschiene
  • Abhakmatte
  • Lange Zangen (evtl. gebogen)
  • Seitenschneider
  • Solides Schlagholz
  • Scharfes Messer

Eine rollbare Messschiene aus Kunststoff ist besonders praktisch. Du solltest sie anfeuchten und den Fisch beim Messen darauf abzulegen. So kann die empfindliche Schleimhaut geschont werden. Eine kleine Abhakmatte ist ebenfalls sehr positiv und lässt sich zum Beispiel außen an den Rucksack hängen. Es gibt verschiedene Zangenmodelle. Lange Zangen mit gebogener Spitze sind sehr hilfreich.

Ein guter Seitenschneider sollte in deiner Tackle-Box nicht fehlen. Du kannst Haken damit durchknipsen, wenn sie zu tief im Hechtrachen oder den Kiemen stecken. Spätestens, wenn mal Dein Finger zusammen mit einem zappelnden, zahnreichen Hecht mit im Drilling hängt, wirst Du dieses Werkzeug nicht missen wollen. Ob Du als Schlagholz ein günstiges Modell aus dem Angelgeschäft nimmst oder einen abgesägten Besenstiel ist eigentlich egal – Hauptsache es ist stabil genug, um ausreichend Druck für einen großen Fisch zu erzeugen. Und ein scharfes Messer ist natürlich auch unerlässlich beim Angeln.

Was bringt die Rachensperre wirklich?

Die Rachensperre wird mancherorts für die Hechtangelei vorgeschrieben, aber wirklich sinnvoll ist Sie eigentlich nicht. Sie lässt sich meistens nur schlecht platzieren – z.B. wenn der Köder im Weg ist. Bei einem Fisch, der sich heftig bewegt, fliegt die Sperre schnell wieder aus dem Maul.
Besser ist hier der richtig durchgeführte Kiemengriff, um den Hecht zügig abhaken zu können.

Kiemengriff – gewusst, wie!

Man sieht den Kiemengriff häufig – doch wird er oft nicht richtig ausgeführt, so dass die Verletzungsgefahr sowohl für den Hecht, als auch beim Angler hoch ist. Die Kiemen sind scharfkantig und können böse Schnittverletzungen verursachen. Im schlechtesten Fall greifst Du dazu noch in einen tief sitzenden Drilling – eine Situation, die sich kein Angler wünscht.

Zudem sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit des Fisches, wenn die Kiemen verletzt worden sind. So machst Du es richtig:
Fahre vorsichtig mit dem Finger am Kiemenrand entlang tastend nach vorne. Dort greifst Du mit dem Mittelfinger behutsam unter, während Du mit Daumen am Maulwinkel das Fischmaul fixierst, das sich automatisch öffnet. Nun kannst Du den Haken lösen und den Hecht schonend zurücksetzen. Achte dann darauf, dass Du den Fisch erst loslässt, nachdem er sich aufgerichtet hat und selbstständig davon schwimmt.

Wenn der Haken besonders tief sitzt!

Beim Hakenlösen kannst Du ebenfalls Fehler vermeiden. Denn gerade, wenn Hechte hungrig und oder aggressiv sind, schlucken sie den Köder sehr tief. Dann kommt der Seitenschneider ins Spiel. Knipse den Haken außen ab und entferne dann den Köder vorsichtig. Die paar Cent für den Haken sollten Dir die besseren Überlebenschancen des Hechts wert sein.